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Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind eine kleine Gruppe, die Land und Wohnraum vom Markt nehmen und gemeinsam sozial-ökologisch nutzen und bewirtschaften will. Einen neuen Hof aufzubauen ist in Zeiten des Höfesterbens ein ziemlich herausforderndes Projekt. Die Suche nach Hof und Land begleitet uns schon seit vielen Jahren und wir haben inzwischen die Schnauze gestrichen voll vom ungerechten Boden- und Wohnungsmarkt. Wir kommen, um auf diesem Hof zu bleiben und die Landschaft und das soziale Umfeld langfristig mitzugestalten und sich entwickeln zu sehen. Neben Wohnprojekt und landwirtschaftlichem Betrieb sind uns auch politisches Engagement sowie Bildungs- und Kulturräume wichtig – auch sie werden Teil des Hoflebens sein. Wir freuen uns, diesen Hof gemeinsam mit großen und kleinen Menschen zu gestalten, die sich für kürzere oder längere Zeiten an dem Ort aufhalten und einbringen.

Auch um uns agrarpolitisch langfristig zu organisieren, ist der eigene Hof eine Basis. Wir sind schon jetzt aktiv in verschiedenen Netzwerken wie attac, Solidarische Landwirtschaft, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Klimagerechtigkeitsbewegung. Wir verstehen uns nicht (nur 😉 ) als „Schöner-Leben-Auf-Dem-Lande“, sondern als Raum und Ausgangspunkt für emanzipatorische Bewegung.


Die Obermühle Steudnitz – Pionierpflanze im Ackersyndikat [Mehr Infos: siehe „Direkredite“)


Die Obermühle Dorndorf-Steudnitz

Dorndorf-Steudnitz ist ein Dorf am Fuß der Dornburg im Saaletal nördlich von Jena. Dort gab es früher drei Mühlen – eine davon ist ein Dreiseit-Hof mit 1 ha Land direkt angrenzend und eigenem Bachlauf.

Das Fundament der Obermühle stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert. An der Frontseite findet sich die Jahreszahl 1798 für die Erbauung des heutigen Ensembles. Die Obermühle war am Längsten von allen Mühlen in Dorndorf aktiv: erst 1962 legte der Müller Otto Venth seine Arbeit nieder.

Selbstorganisiert wohnen

„Das Haus gehört uns Allen, aber eigentlich auch Keinem.“ (Frank von Wohnopolis / einem Erfurter HausProjekt im Mietshäusersyndikat)

Um den Hof gemeinsam zu besitzen und verwalten haben wir eine Hof-GmbH gegründet, womit wir auch Mitglied im Ackersyndikat werden wollen. Dieser Verbund hat zum Ziel, Grundstücke und Häuser dem Immobilienmarkt zu entziehen. 
Es wird gemeinschaftlicher Besitz geschaffen, der niemandem allein gehört und an dem sich niemand finanziell bereichern kann. Da der Hof und die landwirtschaftliche Fläche nicht für Spekulationszwecke verkauft werden können, bleiben sie für immer als Mietshaus bzw. Pachtland erhalten. 

So funktioniert das Ackersyndikat

Unsere Hof-GmbH hat zukünftig zwei Gesellschafter:innen: unseren Hausverein und das Ackersyndikat – das ländliche Pendant zum Mietshäusersyndikat. Der Hausverein hat einen größeren Anteil, dass Ackersyndikat den Kleineren. Der Landwirtschaft werden dabei besondere Rechte eingeräumt, denn unser Ziel ist es, ihr einen festen und unumstösslichen Platz auf dem Hof zu geben. Im Hausverein sind immer alle Menschen, die den Hof und die Flächen gerade nutzen – sie entscheiden in allen Belangen des Hofes eigenständig. Das Ackersyndikat hat eine Sicherungsfunktion und wird einschreiten, wenn der Hof verkauft oder die Bewirtschaftungsart der Fläche geändert werden soll. Ansonsten dient es als Plattform für Austausch und Wissensweitergabe zwischen den Höfen, unterstützt in allen Fragen von Suche bis Umsetzung sowie Finanzierung.

Direktkredite

Die Finanzierung des Projektes über Direktkredite

Den Kaufpreis haben wir über Direktkredite finanziert. Um unsere Baustellen zu finanzieren und auch langfristig noch mehr Land zu pachten und / oder zu kaufen, benötigen wir auch in Zukunft weitere Direktkredite.

Direktkredite sind Nachrangdarlehen mit einer qualifizierten Rangrücktrittsklausel. Die Klausel besagt zum einen, dass kein Geld an die Direktkreditgeber:innen zurückgezahlt werden muss, falls damit die Zahlungsfähigkeit der Hof-GmbH gefährdet ist. Zum anderen werden im Falle einer Insolvenz erst der Bankkredit und die Forderungen aller anderen nicht nachrangigen Gläubiger:innen bedient und dann erst die Direktkreditgeber:innen. Eine Prospektpflicht nach dem Vermögensanlagegesetz besteht nicht, da die Hof-GmbH verschiedene Vermögensanlagen anbietet, die in der Annahme jeweils unterschiedlich verzinster Nachrangdarlehen bestehen. In diesem Rahmen werden innerhalb von zwölf Monaten nicht mehr als 100.000 Euro bzw. nicht mehr als 20 Direktkredite (Nachrangdarlehen) pro Vermögensanlage angenommen.

Direktkreditverträge werden direkt zwischen euch und der Hof-GmbH abgeschlossen. In diesem Kreditvertrag werden der Kreditbetrag, die Zinsen (0 bis 1,0%), die Kündigungsfrist und die Laufzeit individuell vereinbart und festgehalten.

Wenn ihr das alles gelesen habt und euch immer noch denkt: „… gute Sache!“ dann unterstützt uns gerne mit einem Direktkredit. Ob kleinere oder größere Geldbeträge, die ihr in ein nachhaltig-solidarisches Projekt auf dem Lande anlegt – sprecht uns sehr gerne an!

Befreundete Höfe / Betriebe

Gemüsewerkstatt Grünschnabel

Sonnengut Gerster

Stünzmühle

FlussLand Jena

Auenhof Köber

Ackersyndikat

Mietshäusersyndikat

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL)

Anreise

Mit dem Fahrrad den Saale-Radweg oder dem Kanu stromabwärts auf der Saale bis nach Dorndorf-Steudnitz

Kontakt

obermuehle[at]posteo[dot]de